Presse

45 Jahre Kompetenz von KraussMaffei in der Polyurethanverarbeitung

22.05.2012
Wegbereiter bei der Hochdruckverarbeitung von Polyurethan in der Kunststoffproduktion

(München, 18. Mai 2012) Seit nunmehr 45 Jahren ist KraussMaffei auf dem Gebiet der Polyurethanverarbeitung tätig und baut hierzu hochwertige Maschinen und Anlagen. Das Unternehmen hat weitere Schritte in die Wege geleitet, um seine Position als technologisch führender Anbieter von Maschinen, Anlagen und Verfahren der Reaktionstechnik in den Kernmärkten zu stärken und um die Aktivität in Wachstumsfeldern intensiv auszubauen.

Start der Maschinenproduktion im Rekordtempo

Der Startschuss zur Verarbeitung von Polyurethan (PUR) fiel bei KraussMaffei im Jahre 1967. Nur ein Jahr später war das Unternehmen bereits als Maschinenlieferant auf dem Markt aktiv. „KraussMaffei ist ein Wegbereiter im Hinblick auf den Einsatz dieses Materials in der Kunststoffproduktion. Aufgrund der jahrelangen Erfahrung, des hochwertigen aktuelle Maschinenportfolios und des hohen Technologie- und Verfahrens-Know-how haben wir uns zum weltweiten Marktführer entwickelt“, erläutert Nicolas Beyl, seit Februar 2012 Geschäftsbereichsleiter Reaktionstechnik bei KraussMaffei. KraussMaffei fokussierte sich von Anfang an auf die Hochdruckverarbeitung von PUR. In enger Zusammenarbeit mit den Rohstoffherstellern und den Verarbeitern wurden bis heute immer neue Anwendungsfelder, Maschinen und Verfahren entwickelt.

Kunden neue und innovative Lösungen bieten

“Wir wollen unsere Aktivität auf dem Gebiet der Reaktionstechnik weltweit stärken und unseren Kunden entlang deren gesamter Wertschöpfungskette weitere Anwendungs- und Effizienzpotenziale aufzeigen. Insbesondere wollen wir dabei durch Maschinen- und Verfahrenskombination der Spritzgieß- und Reaktionstechnik aber auch durch neue Technologien überzeugen“, erläutert Beyl. Positiv angenommen wurde diese Leistungsstärke von KraussMaffei kürzlich auf der NPE 2012 in Orlando (USA). Gezeigt wurde die Herstellung einer Armlehne im SkinForm-Verfahren. Dabei wurde in einer Maschine der Spritzgegossene Träger mit einem geschäumten aliphatischen PUR mit angenehmer Haptik und hervorragender UV-Beständigkeit überflutet. “An dieser Anlage wurde die umfassende Technologie3-Kompetenz von KraussMaffei über die gesamte Prozesskette sichtbar. Maschinen, Automation, Werkzeugtechnik und die Beschnittlösung waren aus unserem Hause und vereinten unser Expertenwissen“, erläutert Beyl. Des Weiteren will das Unternehmen neue innovative Lösungen in Wachstumsfelder vorantreiben, unter anderem im Bereich Leichtbau und Faserverbundtechnik. „Hier haben wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Aufträge weltweit gewinnen können. Mit unserem 2011 eröffneten Technikum Faserverbundverbundtechnik in München verfügen wir des Weiteren über ein weltweit einmaliges Kompetenzzentrum auf diesem Gebiet“, so Beyl.

Wegweisende Leichtbaulösung für Züge ausgezeichnet

Unter den 13 Unternehmen, die dieses Jahr im Rahmen der JEC mit einem JEC Europe Innovation Award ausgezeichnet wurden, konnte auch das Entwicklungskonsortium um das Fraunhofer ICT punkten. In der Kategorie Fertigungsprozesse wurde der SCS- Prozess (Structural Component Spraying), ein Herstellverfahren für Leichtbaustrukturen prämiert, welcher auf Sandwich-Strukturen und Sprühverfahren für glasfaserverstärkte Polyurethanharze basiert. Neben KraussMaffei, verantwortlich für das Fertigungsverfahren wurden die Partner Bombardier, Fraunhofer ICT, Bayer MaterialScience, DECS, DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte, Universität Stuttgart (IFB) und das Karlsruher Institut für Technologie (wbk) für die umfangreichen Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgezeichnet. Für dieses Sandwichstruktur- Demonstratorbauteil mit 4,5 m Länge und 2,5 m Breite wurden Sandwichkern- und Deckschichtmaterialien, Fertigungsverfahren, Brandschutzsysteme, Konstruktionsprinzipien und Berechnungsverfahren entwickelt. Die neuartige, schnittstellengleiche Bauweise unter Verwendung von faserverstärkten Polyurethan-Sandwichstrukturen ermöglicht eine Gewichtsreduzierung der Einhausung bei gleichzeitig reduzierter Anzahl an Bauteilen. Trotzdem werden alle Anforderungen des Lastenhefts, wie beispielsweise die Durchschlagsfestigkeit, erfüllt.

Zur Person:

Nicolas Beyl ist bereits seit 2006 für KraussMaffei tätig. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Leiter Unternehmensstrategie der KraussMaffei Gruppe übernahm er 2009 die Verantwortung als Leiter Technologie im Geschäftsbereich Spritzgießtechnik. Zuvor arbeitete der Diplom-Ingenieur der Fertigungstechnik neun Jahre als Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group mit Beratungsschwerpunkt Maschinenbau und Automobilindustrie. Während dieser Zeit absolvierte Nicolas Beyl auch einen MBA-Abschluss am INSEAD.

Übersicht über die KraussMaffei Leistungs- und Innovationsstärke im Bereich der Polyurethanverarbeitung:

  • Erste Entwicklungen und Versuche zur Herstellung von Polyurethan Möbeln
  • 1968  Erste Spezial-Schleißeinheit mit zwei Rotationsachsen, genannt „moon-swing“
  • 1970  Vorstellung des ersten KraussMaffei Mischkopfes im erfolgreichen Produktionseinsatz
  • 1972  Weltweit erster selbstreinigender Mischkopf mit Rezirkulationsnut
  • 1973  Auslieferung der ersten PUR-Stoßfängeranlage für einen Automobilkunden in USA
  • 1974  Auslieferung der 100sten PUR Dosiermaschine
  • 1981  Auslieferung des 2000sten Mischkopf
  • 1982  Erster Umlenkmischkopf weltweit und erste Doppelkolben Dosiermaschine
  • 1984  Erste Dual-Hardness Weichschaumanlage
  • 1985  Der 4000ste Mischkopf der inzwischen 18 Typen umfassenden Familien wird geliefert
  • 1985  Auslieferung der 50 KK Maschine mit Dosierleistungen bis 8000 cm³ pro Sekunde
  • 1989  Weltweit größte Kolbendosiermaschine mit bis zu 16000 g/s
  • 1991  Entwicklung des PUR-Recyclingprozesses; Vorstellung einer kontinierlichen Gasbeladung
  • 1992  Das In-Mold-Coating Verfahren zur Grundierung in der Schäumform wird auf der K vorgestellt
  • 1993  Anlagen für FCKW freie Schäume
  • 1994  Serienanlage zur Teppich-Hinterschäumung
  • 1995  Erstmalige Vorstellung der LFI-PUR Prozesseinheit auf der K
  • 1996  Start der Leichtbauaktivitäten, erste Anlage für GFK-Bauteile
  • 1999  LFI Produktionsanlage für das Smart Dach
  • 2002  Gründung des Kompetenzzentrum Weiße Ware in Abbiate Grasso (IT)
  • 2005  Erster Haut-Sprühkopf im Produktionseinsatz
  • 2004  Das SkinForm Verfahren wird erstmals auf der K präsentiert
  • 2005  Start der Werzeugbauaktivitäten für PUR, Fräs- und Beschnittlösungen     
  • 2006  Entwicklung und Vorstellung des ersten Kleinmengen-Hochdruck Mischkopfes
  • 2007  SkinForm Großanlage zur Herstellung von Türspiegeln auf der K
  • 2010  Vorstellung des ColorForm Prozesses auf der K
  • 2011  Eröffnung des weltweit größten Technikums für Faserverbundtechnik (Leichtbau) in München; Komplette HD-RTM-Anlage zur Herstellung von CFK-Bauteilen
  • 2012  45 Jahre KraussMaffei Reaktionstechnik; Erstmalige Live-Demonstration von PUR-Verarbeitung auf der NPE in USA