Presse

Robuste und kostengünstige Interieur-Bauteile für Nutzfahrzeuge

21.06.2013
Türkischer PUR-Verarbeiter nutzt LFI-Verfahren in der Serienproduktion

(München, 21. Juni 2013) Das türkische Unternehmen Pürplast ist Spezialist für die Herstellung von PUR-Bauteilen für Nutzfahrzeuge. Mit dem LFI-Verfahren von KraussMaffei produziert das Unternehmen glasfaserverstärkte Bauteile in höchster Qualität.
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LFI-Verfahren stützt Strategie

Für die Serienproduktion faserverstärkter Leichtbauteile setzt der türkische Kunststoffverarbeiter Pürplast mit großem Erfolg eine LFI-Anlage von KraussMaffei ein. „Der entscheidende Vorteil des LFI-Verfahrens besteht darin, dass die Endlos-Glasfasern erst unmittelbar vor der Verarbeitung in Filamente geschnitten werden“, erklärt Erich Fries, Leiter der Business Unit Composites & Surfaces bei KraussMaffei. „Daher ist es nicht erforderlich, eine vorgeformte Glasmatte in das Werkzeug einzulegen“, so Fries weiter. Aufgrund dieser Argumente fiel bei Pürplast die Entscheidung, in eine LFI-Anlage von KraussMaffei zu investieren. „Die LFI-Anlage von KraussMaffei passt mit ihren verfahrenstechnischen Vorteilen hervorragend zu unserer Strategie“, so Mehmet Sismanoglu, Geschäftsführer und Inhaber bei Pürplast. Das türkische Unternehmen nutzt das Verfahren beispielsweise, um bei der Produktion von großflächigen Sichtteilen für Nutzfahrzeuge – unter anderem Gepäckfachabdeckungen für Reisebusse – die Qualität zu erhöhen und die Fertigungskosten zu verringern.

Gleichmäßige Faserbenetzung

Die LFI-Prozesseinheit besteht aus dem Schneidwerk und dem Mischkopf. Das Schneidwerk führt den Roving zu, schneidet ihn in Filamente mit exakter Länge und fördert die geschnittenen Filamente in den Mischkopf. Der Mischkopf mischt die Reaktionskomponenten miteinander und benetzt die Verstärkungsfasern mit dem reaktiven Gemisch.
Die Fasern werden auf diese Weise sehr gleichmäßig benetzt und isotrop im Bauteil verteilt. Dies führt dazu, dass die hergestellten Bauteile hohe Festigkeitswerte und eine geringe Wärmeausdehnung aufweisen. Sowohl die Faserlänge als auch der Faseranteil des Gemischs lassen sich während des Eintrags variieren. Bereiche, die einer hohen Belastung ausgesetzt sind, werden so mit einem hohen Faseranteil bzw. längeren Fasern verstärkt.
Um LFI-Bauteile mit hochwertigen Sichtflächen auszustatten, kann eine tiefgezogene Folie in die untere Werkzeughälfte eingelegt werden. Auf diese Folie wird anschließend das Gemisch aus PUR und Glasfasern aufgetragen und verpresst. „Aufgrund der hervorragenden optischen Eigenschaften der Bauteiloberfläche ist keine nachträgliche Lackierung erforderlich. Eine weitere Verfahrensvariante ist der Einsatz von so genannten Honeycomb-Strukturen in Kombination mit der LFI-Technik. Dabei entstehen Bauteile mit sehr niedrigem Gewicht und gleichzeitig hoher Steifigkeit“, ergänzt Fries.

Partner der Nutzfahrzeugindustrie

Pürplast beschäftigt in der türkischen Stadt Kocaeli, etwa 100 km östlich von Istanbul, rund 290 Mitarbeiter. Das Unternehmen produziert in vier Gebäuden mit 42.000m2 Produktionsfläche. Das 1981 gegründete Unternehmen ist auf die Herstellung von PUR-Bauteilen für die Nutzfahrzeugindustrie spezialisiert. Zum Produktprogramm gehören Instrumententafeln, Sitzelemente, Exterieurteile, Armlehnen, Trennwände Haltegriffe oder Lenkräder. Der Jahresumsatz liegt derzeit bei etwa 25 Mio. Euro. Über die Hälfte des Produktionswerts liefert Pürplast an türkische Unternehmen von Mercedes Benz, MAN, Temsa, Otokar. Rund 40 Prozent der Produktion exportiert das Unternehmen in 38 Länder weltweit. Hauptkunden sind unter anderem Daimler AG, Evobus, MAN, BMW AG, VDL, VANHOOL und Volvo.
Die Unternehmensphilosophie bei Pürplast zielt darauf ab, mit innovativer Fertigungstechnik kostengünstige Produkte zu fertigen, die hohe Qualitätsansprüche erfüllen. Neben der LFI-Verarbeitung kommen in der Produktion bei Pürplast auch die klassische Hochdruck-PUR-Verarbeitung, das Thermoformen und die Metallbearbeitung zum Einsatz. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen einen eigenen Werkzeugbau.